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Startseite » Blog » 🍗 Was landet bei Tobi im Napf? Und warum ich aufgehört habe, darüber nachzudenken.

🍗 Was landet bei Tobi im Napf? Und warum ich aufgehört habe, darüber nachzudenken.

Es fing mit dem Kot an.

Das klingt nach einem schlechten Einstieg in einen Artikel. Aber wer einen Tierschutzhund hat, weiß: die ersten Wochen mit einem neuen Hund sind eine intensive Beschäftigung mit Dingen, über die man vorher nie nachgedacht hat. Und Tobis Verdauung war in diesen ersten Wochen mein tägliches Stimmungsbarometer.

Neuer Hund. Neue Umgebung. Anderes Futter. Stress. Möglicherweise Würmer oder sonstige Mitbringsel aus dem rumänischen Tierheim, über die man beim Adoptionstag lieber nicht zu lange nachdenkt. Das alles trifft gleichzeitig auf einen Magen, der sowieso schon auf Anschlag ist. Das Ergebnis war vorhersehbar.

Ich habe damals sehr viel gelesen. Vermutlich zu viel.

Verdauungsprobleme beim Tierschutzhund — warum das fast immer normal ist

Es gibt eine bestimmte Kategorie von Hundebesitzern im Internet, die einmal koten am Tag für bedenklich halten. Einmal. Bei einem Hund. Ich sage das ohne Bewertung. Ich sage es nur, weil Tobi in der ersten Zeit zwei bis dreimal täglich kotete und ich kurz überlegt hatte, ob ich mir Sorgen machen sollte. Ich habe mich dann dagegen entschieden.

Zwei bis drei Mal am Tag ist normal. Das Leben geht weiter.

Was nicht normal war, und was mich wirklich beschäftigt hat, war die Qualität. Ein Hund der im Stress ist, zeigt das zuverlässig. Ich erinnere mich an eine Gassi-Runde mit meinen Neffen. Wunderbare Kinder, wirklich. Ruhig, verständnisvoll, kein Chaos. Aber es waren andere Menschen, eine andere Situation, und Tobi ließ mich unmissverständlich wissen, dass er das anders bewertete als ich. Wenn er dreimal koten in einer Runde und die Konsistenz immer flüssiger wird, wusste ich, dass war ihm zu stressig.

Gott sei Dank, hat sich das mittlerweile gelegt. Aber ich verstehe seitdem seinen Darm als Kommunikationsmittel.

Kokos, Möhren und andere Hausmittel die wirklich funktionieren

Irgendwo hatte ich gelesen, rumänische Hunde vertragen kein Hühnchen. Ich habe das eine Weile geglaubt und Tobi entsprechend gefüttert. Mittlerweile esse ich diesen Ratschlag metaphorisch mit Hühnchen. Es läuft am besten mit Hühnchen. So viel zu dem Thema.

Was wirklich geholfen hat in den schwierigen Phasen war und ist Kokos, in allen möglichen Formen: Kokosmehl, Kokosraspeln, Kokosöl. Das klingt nach einem Smoothie für überambitionierte Menschen, ist aber für Tobis Darm ein echter Gamechanger geworden. Kokos ist entzündungshemmend, gut für den Darm und Tobi findet es auch noch lecker.

Die klassische Möhrensuppe war ebenfalls immer wieder eine verlässliche Notlösung in unruhigen Phasen. Simples Rezept, wirkt.

Teures Hundefutter — und warum Tobi lieber Aldi mag

Ich habe hochwertiges Trockenfutter gekauft. Ich habe teures Trockenfutter gekauft. Ich habe Futter gekauft, das in jedem Test auf dem ersten Platz landet und auf der Verpackung aussieht, als wäre es für gehobene Gastronomie produziert worden.

Aber Tobi hat es nicht gefressen.

Ich habe so viel ausprobiert in dieser Phase, dass Tobi vermutlich der am besten ernährungstechnisch beschlagene Hund in einem Umkreis von fünf Kilometern war. Und möglicherweise habe ich ihn damit ein bisschen verwöhnt, was die Erwartungen angeht. Das war mein Fehler.

Aber was frisst er am liebsten? Das Trockenfutter von Aldi. Lamm und Reis. Er liebt es abgöttisch.

Ich finde das irgendwie befreiend.

Anifit gehört seit Jahren zu den Testsiegern bei Nassfutter. Sechs Dosen zu 800 Gramm für 36 Euro. Das schreckt mich erst einmal ab, ich gebe es zu. Vielleicht probiere ich es irgendwann mal aus. Vielleicht ist es wirklich so gut wie alle sagen. Aber ich habe selbst erlebt, wie Hunde nur von Tischresten lebten. Ohne spezielles Futter, einfach das, was die Familie übrig ließ. Bei Oma landete, was die Enkel nicht aufaßen, direkt beim Hund. Diese Hunde sind trotzdem alt geworden.

Das ist kein Argument gegen gutes Futter. Es ist nur ein Argument gegen Panik.

Giftköder, Gebüsche und eine Bratwurst – bitte aufpassen

Es gibt noch eine Geschichte, die hierhin gehört.

Tobi hat in letzter Zeit auf dem Spaziergang immer wieder dieselbe Richtung eingeschlagen. Ein bestimmtes Gebüsch. Hartnäckig, entschlossen, jeden Tag. Irgendwann habe ich ihn machen lassen.

Er kam mit einer Bratwurst im Maul zurück.

Ich war gleichzeitig beeindruckt und erschrocken. Beeindruckt, weil er das offenbar seit Wochen geplant hatte. Erschrocken, weil wir kurz vorher einen Winter mit Rattengiftvorfällen in der Gegend hatten. Mehrere Hunde mussten zum Tierarzt. Eine Bratwurst die im Gebüsch liegt ist keine Bratwurst die ich meinem Hund gönne, auch wenn er das komplett anders sieht.

Wir üben noch daran, dass nicht alles, was man findet, auch einem gehört.

Was ich dir eigentlich sagen möchte

Ich bin nicht die Person, die dir vorschreibt, was du deinem Hund füttern sollst. Das ist dein Hund, dein Budget, dein Alltag. Füttert ihnen, was den Hunden schmeckt und was ihr euch leisten könnt. Das ist kein schlechter Grundsatz.

Was ich dir mitgeben möchte: die ersten Wochen sind Chaos, auch beim Futter. Das legt sich. Ein Hund der zwei oder dreimal am Tag kotet ist kein kranker Hund. Und manchmal ist das beste Futter das aus dem Aldi.

Und haltet eure Hunde von Gebüschen fern, in denen Bratwürste liegen.

Was ich selbst nutze: Kokosöl und Kokosmehl gibt es bei Amazon [Affiliate-Link]. Für die erste Zeit nach der Ankunft oder bei empfindlichem Magen hat mich leicht verdauliches Nassfutter immer gerettet — eine gute Auswahl gibt es bei Zooplus [Affiliate-Link]. Ich verdiene eine kleine Provision wenn du darüber kaufst, für dich ändert sich am Preis nichts.

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