Zum Inhalt springen
Startseite » Blog » 🫣 Die ersten Tage mit Tobi – Zwischen Aufregung, Unsicherheit und einer sehr kurzen Morgenroutine

🫣 Die ersten Tage mit Tobi – Zwischen Aufregung, Unsicherheit und einer sehr kurzen Morgenroutine

Die wirklich großen Geschichten beginnen selten mit einem Knall. Tobis Geschichte begann mit einer Transportertür, die aufging und einem Hund, der mir in die Arme gedrückt wurde – hier, ist deiner.

Der Rest ist schnell erzählt: Tobi rannte in der Wohnung los wie eine kleine Rakete, schnüffelte an jedem Gegenstand, leckte meinen Spiegel ab (vermutlich war er überzeugt, dass da noch ein zweiter Hund wohnt) und nach exakt zwei Minuten machte er erst das große, dann das kleine Geschäft mitten in die Wohnung. Mehr muss man zu seiner „sanften Ankunft“ nicht sagen.

Damit genug von Tag 1 – den habe ich im letzten Artikel bereits ausführlich beschrieben. Jetzt kommen die Tage danach. Die, in denen ich versuchte, mit einem völlig verunsicherten Hund zu leben.

Von Aufregung zu Unsicherheit: Die Realität überrollt ihn

Nachdem die erste Euphorie verflogen war, merkte Tobi plötzlich, dass das hier kein Zwischenstopp ist. Kein weiterer Transporter. Kein neuer Zwinger. Kein Van, der wieder losrollt.

Er war hier. Bei mir.

Dieser Gedanke überrollte ihn. Der Adrenalinspiegel fiel und die Angst stieg.

Er wurde schlagartig ruhiger, vorsichtiger und richtig zurückhaltend. Er beobachtete mich sehr genau, wich kaum von der Stelle. Er war völlig erschöpft, kam aber nicht zur Ruhe. Sein Hundekissen ignorierte er konsequent, als wäre es ein Steuerformular. Stattdessen rollte er sich auf dem nackten Boden zusammen oder suchte Schutz auf einem Schaffell. Die erste Nacht verbrachte er zurückgezogen im Bad – vielleicht, weil es dort am ruhigsten war. Ich ließ ihn. Es war sein Tag, nicht meiner.

Die erste Gassirunde: Das lebende Denkmal

Am nächsten Morgen war es soweit: Die erste Gassirunde stand an. Beim Anlegen des Geschirrs schoss mir der Satz meiner Schwester durch den Kopf: „Hast du keine Bedenken, dass der aggressiv sein könnte.“ Und ja, Tobi ist groß. Und gesund. Und hat ein beeindruckendes Gebiss. Aber man darf sich nicht verrückt machen lassen. Und bis heute gab es mir gegenüber kein Knurren, kein Schnappen. Nur Angst.

Draußen bewegte er sich kaum. Er stand wie ein Denkmal, das sich aus Versehen bewegt hat. Doppelt sichern? Hätte ich gar nicht gebraucht. Sein Blick sagte eindeutig: „Warum sind wir hier? Können wir bitte wieder rein?“ Die Welt war einfach zu groß.

Ein besonderer Moment

Einer meiner liebsten Momente war, als ich ihn das erste Mal vorsichtig angefasst habe. Hier habe ich nicht gewartet bis Tobi zu mir kommt, sondern ich habe mich mit dem Rücken zu ihm vorsichtig genähert, keinen Augenkontakt gesucht und dann einfach meine Hand ausgestreckt. Es schien ihm zu gefallen. Unspektakulär. Still. Aber für mich riesig.

Von Anfang an ein Hundeliebhaber

Was ich schon am ersten Tag gemerkt habe: Tobi liebt andere Hunde. Er ist quasi besessen von anderen Hunden.

Bereits ab dem zweiten Tag ging er aktiv auf andere Hunde zu. Während er bei allem anderen noch völlig verunsichert war – bei Hunden gab es keine Scheu. Er suchte regelrecht den Kontakt, wollte spielen, schnüffeln, einfach bei ihnen sein. Als wäre das der einzige Moment, in dem er sich wirklich sicher fühlte. Was irgendwie verständlich ist, weil er hat die letzten Monate in einem Tierheim, umgeben von vielen anderen Hunden, verbracht.

Das Paradoxe daran: Die anderen Hunde kommen meist mit Menschen. Und Menschen mochte Tobi überhaupt nicht. Er wich ihnen aus, hielt Abstand, wurde nervös. Diese Zurückhaltung gegenüber Menschen ist auch Monate später geblieben. Aber andere Hunde? Die sind sein Ding. Und wie sehr das sein Ding ist – das erzähle ich euch ein anderes Mal.

Fressen? Kein Problem. Geschäft? Nur drinnen!

Tobi hatte von Anfang an einen gesunden Appetit. Er fraß seine Portionen ohne zu zögern, trank regelmäßig – keine Verweigerung, keine Magenverstimmung, keine stundenlanges Anstarren des Napfes. Bei all der Unsicherheit und Angst, die er mitbrachte, war das zumindest ein Bereich, in dem er sich nicht zurückhielt. Ein kleiner Lichtblick in den ersten chaotischen Tagen.

Allerdings wollten die Gassirunden noch nicht so klappen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Draußen war Tobi entweder komplett überfordert von all den Eindrücken – oder so abgelenkt, dass er schlichtweg vergaß, warum wir eigentlich hier waren. Sein Geschäft? Das konnte oder wollte er draußen einfach nicht machen.

Egal wie lange wir draußen waren, Tobi wollte sich einfach nicht lösen. Stattdessen wartete er, bis wir wieder in der Wohnung waren. Dort fühlte er sich offensichtlich sicher genug – draußen war ihm alles noch viel zu unheimlich. Das war extrem herausfordernd, aber auch verständlich.

🌄 Meine neue (ungewollte) Morgenroutine

Es gibt Menschen, die im Internet von ihren perfekten Morgenroutinen berichten. Sie stehen um 5 Uhr auf, meditieren, trainieren, pressen Selleriesaft, trinken warmes Zitronenwasser und journalen über ihre Ziele.

Ich dagegen wurde um 5 Uhr morgens (und auch zu jeder anderen Uhrzeit) plötzlich geweckt und dachte nur: Er muss raus – und viel wichtiger: Schaffe ich es, auf Toilette zu gehen, bevor der Hund in die Wohnung pinkelt?

Spoiler: Die ersten Tage habe ich meistens verloren, egal wie schnell ich war.

Die ersten Tage und Wochen waren geprägt davon, dass wir uns aneinander gewöhnen mussten, gemeinsam Routinen schaffen, die für uns beide funktionieren. Es war chaotisch, nervenaufreibend, zum Verzweifeln. Aber wie mit allem im Leben: Später lacht man darüber.

Im nächsten Beitrag könnt ihr lesen, wie ich Tobi in kurzer Zeit stubenrein bekommen habe, was mich aber fast in den Wahnsinn getrieben hätte. Denn jeder Tag begann mit einem nassen Lappen…


💬 Deine Geschichte zählt!

Die Ankunft eines Tierschutzhundes ist ein Moment voller Chaos und Kontraste – von wilder Aufregung bis zu absoluter Schockstarre.

  • Wie war der Moment, als euer Hund zum ersten Mal bei euch angekommen ist? War es sofort Liebe oder eher Verwirrung?
  • Was hat euch in dieser ersten, aufregenden Phase am meisten überrascht?

Teile deine Geschichte und lass uns zeigen, wie viel Mut und Liebe in diesen ersten Schritten steckt!


🎁 P.S. Für alle Rescue-Freunde

Zeige, wie stolz du auf deinen Tierschutzhelden bist! Mit dem exklusiven Code TOBISFREUNDE10 sparst du 10 % auf alle Produkte aus der Rescue-Kollektion in meinem Etsy Shop.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert